Leider gab es schon länger keine Blog-Eintrag mehr von uns. Als Entschädigung gibt's jetzt einen extra ausführlichen! Außerdem findet ihr jetzt alle unsere Kopenhagen-Fotos auf Picasa. Es werden ständig welche hinzukommen, also schaut ab und zu vorbei. Aber jetzt erst mal zu unserem Kurzurlaub:

Wenn wir schon mal in Skandinavien sind, müssen wir natürlich auch Stockholm einen Besuch abstatten. Also Flug mit SAS von Kopenhagen in die Schwedische Hauptstadt gebucht, dazu ein kleines Apartment.

Donnerstag
Der Flug geht um 12:20. Da wir auch Gepäck einchecken müssen heißt das Ausnahmsweise wiedermal früh (also vor 11:00) aufstehen. Via Check-In am Automaten umgehen wir Komfortabel die Warteschlangen an den Schaltern und warten erst mal 2h. Der Flug war angenehm ruhig, Getränke kosten scheinbar mittlerweile auch bei Star-Alliance-Flügen extra. Angekommen in Stockholm mussten wir feststellen, dass 4 unabhängige Wettervorhersagen doch recht haben. Es war stark bewölkt, windig und kalt. Der Herbst ist hier im Norden bereits deutlich weiter vorangeschritten als in Kopenhagen. Viele Bäume haben ihr Blätterwerk bereits vollkommen abgelegt. Alle anderen erscheinen in wunderbaren Herbstfarben, was der Stadt zusätzlich ein besonderes Flair gibt. Nach einem kleinen Irrweg durch den Hauptbahnhof (wir suchten eine Touristeninformation - vergebens) machten wir uns auf den Weg zum Apartment. Die Vermieterin war nicht da, gab uns aber bereits im Vorhinein Instruktionen, wie wir in die Wohnung können. Über das Apartment selbst waren wir dann sehr angenehm überrascht. Sehr gepflegt und hübsch und vor allem: mit Couch und Wohnzimmertisch! So einen Luxus haben wir in unserer Kopenhagener Wohnung ja leider nicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann mal raus um die nähere Umgebung zu erkunden und Frühstück einzukaufen. Beim Einkaufen waren wir über die Preise höchst erfreut. Im Vergleich zu Kopenhagen ist es in Stockholm richtig günstig - in etwa Österreichisches Niveau. Essen gab es in einer Tapas-Bar. Sehr lecker und obwohl wir jeweils nur ein Tapas verspeisten doch einigermaßen sättigend. Da die Zeit dann doch schon recht fortgeschritten war und wir in der Nachbarschaft keine belebte Bar finden konnten machten wir uns noch einen gemütlichen Abend bei Vodka und Musik im Apartment (Der Laptop hat auch ein Glas abbekommen.

Freitag
Wettermäßig hat sich Freitags leider nichts geändert - dichte Wolken, Wind, kalt und ab und zu auch noch ein bisschen Regen. Unser erster Weg führte uns Richtung Altstadt, wobei wir am Rathaus (Stadshus) vorbeikamen. Hierbei handelt es sich um einen sehr imposanten Bau - sowohl außen als auch innen. Da das Wetter ohnehin nicht so sehr zum herumschlendern einlud, machten wir auch eine geführte Tour durch das Rathaus mit. Dabei erfuhren wir allerlei interessante Dinge über den Bau und die Geschichte des Hauses. In diesem Rathaus wird ja unter anderem das Nobelpreis-Dinner abgehalten. Am beeindurckendsten war allerdings der goldene Saal. Dessen Mauern bestehen ausschließlich aus Mosaiken. Die meisten Steine sind dabei - daher der Name - golden. Nach der Besichtigung ging's dann aber wirklich ab in die Altstadt. Diese ist sehr charmant und wirkt fast mediterran. Sehr enge Kopfsteinpflastergassen die ständig vom Wasser auf einen Hügel und wieder hinab führen. Außerdem ist die ganze Stadt von Wasser zerfurcht - schaut irrsinnig toll aus!. Am Abend ging es dann in den Jazz Club Fasching, wo der New Yorker Gitarrist Jonathan Kreisberg ein Konzert gab. Die Musik war sehr gut. Sehr beeindruckend, was dieser Künstler aus seiner Gitarre rausholt! Nachdem Konzert kamen dann deren Überraschung zwei: Zunächst verwandelte sich der Jazz Club plötzlich in eine Tanzbar. Eine Menge junger Menschen (geschätzt ca. 20- bis 30-jährig) strömten in das Lokal und tanzten sofort drauf los. Und mit tanzen meine ich nicht das halb betrunkene, halb spastische rumgehoppse, wie ich es von Österreichern (uns eingeschlossen) kenne. So gut wie alle konnten tatsächlich gut tanzen. Ich weiß nicht, ob das für Stockholm normal ist oder wir einfach nur am richtigen Ort waren. Jedenfalls war dieses Spektakel sehr schön anzusehen. Die zweite Überraschung war dann ein weiterer Live-Auftritt. Diesmal von einer jungen aber sehr gute Band, die Musik in die Richtung R'n'B und Michael Jackson zum Besten gab.

Samstag
OK, ich gebe es auf. Florian nach unter 8h Schlaf aufzuwecken funktioniert einfach nicht. Das heißt es wurde wieder 12, bis wir endlich rauskamen. Dann der Schock: Sonne! In Stockholm! YEAH! Leider hat unsere Freude nicht lange gehalten. Bis wir beim Vasa-Museum angelangt sind, war es wieder komplett verzogen. Das Museum selbst muss man gesehen haben. Wir haben in etwa 3h darin verbracht, obwohl es einzig und alleine um ein Schiff geht - die Vasa. Einst der ganze Stolz der schwedischen Marine ist es bei der Jungfernfahrt noch im Hafen Stockholms wegen Konstruktionsfehler gesunken. 333 Jahre später wieder geborgen und restauriert steht es heute in voller Pracht im eigenen Museum. Für Studenten gibt es fast 50% Ermäßigung und Führungen sind gratis. Diese sollte man auch unbedingt mitmachen, da man allerlei über den Bau, den Untergang und das Leben an Board (wie es gewesen wäre) erfährt. Das Licht im Museum ist sehr gedämpft, was sehr passend wirkt aber das Fotografieren stark erschwert. Ich plädiere für Stative zum ausborgen! Nach dem Museum ging es zum Italiener Pizza essen. Zwei Pizzen und zwei Cola um 21€ ... in Kopenhagen gibt's dafür bestenfalls zwei Mäci-Menüs.

Sonntag
Aufgestanden um 13:00, Wachablöse um 12:15. Gut, ein weiterer Grund Stockholm nochmal zu Besuchen. Den sonnigen Nachmittag nutzten wir dann um ein letztes Mal durch die herrliche Altstadt zu schlendern. Wieder in Kopenhagen angekommen, gab es gleich eine tolle Überraschung: Am Ausgang warteten schon Silvia und Valentina mit einem Willkommensschild auf uns. In Kopenhagen hatte es zwar geregnet, doch es war angenehm warm. Man merkt halt doch, dass wir wieder im Süden sind.

Sämtliche Stockholm-Fotos gibt es hier zu bestaunen.