Heut früh um 06:20 (also in unserer Produktiv-Projektzeit) hat es in Dänemark und Südschweden ein kleines Erdbeben (4.8) gegeben. Die Explosion hat uns beide aus der "Projektarbeit" gerissen und leicht verstört. Anders als das Erdbeben damals in Hagenberg war es nicht eine einzelne Explosion, sondern eine Explosion mit anschließenden Schwingungen. Hat sich richtig komisch angefühlt, wie das ganze Haus hin-und-her gewackelt ist :-). Auf jeden fall haben wir (und ganz Skandinavien) es unbeschadet überstanden und sind gleich wieder in tiefe "Projektarbeit" gefallen.
Jetzt sind die letzten Stunden der Projektarbeit gekommen, Donnerstag 12:00, high noon (wobei die Chance für Sonne bei 0% liegt :-( ) ist Abgabe. Bis dahin heißts noch mal reinbeißen und hakeln!
Letzten Samstag war es soweit, wir durften die Wohnung trotz andauerndem Projektstress mal verlassen! Der Anlass war Pani's Geburtstag, den wir ausgiebig feierten :-). Hier ein paar Bilder:
Natürlich gabs auch ein Geburstags-Ständchen, und zwar Pani's Lieblingslied in voller Lautstärke und mit totaler Hingabe von allen gesungen!Edith by Pani: Verleumdung! Aber fesch 'gsungen habts ;)
Tja, leider gibt es hier kaum noch etwas über unser "Leben" (eher Existenz) im hohen Norden zu Berichten. Das hat aber leider seine Gründe: wir erleben nichts mehr! Von unseren Mitstudenten aus Hagenberg, dich auch auf Auslandssemester sind, hören wir immer allerlei Erzhälungen, wie toll es nicht sei. Jetzt wirds Zeit, dass wir uns mal den Frust von der Sehle Seele schreiben:
1) Erasmusveranstaltungen: Was ist das? Kann man das Essen? Smischi (= Studienkollege, nichts zum Essen!) hat gerade einen Erasmus-Ausflug am Partyboot von Lappeenranta (Finnland) nach Stockholm unternommen. Herm war schon in Polen. Unser selbstorganisiertes Wochenende in Stockholm ist leider schon etwas her. WIR WOLLEN ERASMUS-AUSFLÜGE!
2) Zeit: Es war definitiv keine gute Idee sich von der Aalborg Universität zwingen zu lassen im Auslandssemester 30 ECTS zu absolvieren. Wir beide müssen jetzt JEWEILS ein Projekt mit 50 Seiten Doku schreiben, verbleibende Zeit: 3 Wochen.
3) Alltag: Das heißt unser Tagesablauf enthält neben Projektarbeit (8-12h) noch Kochen, Essen, ab und zu eine Runde Computerspielen und unser absolutes Tageshighlight: für 30min die Wohnung zum Einkaufen verlassen. Dreimal die Woche kommen wir sogar über 30min aus der Wohnung: 2 mal Sprachkurs und einmal Fortgehen (dafür ist eigentlich keine Zeit, aber das muss sein, wenn man nicht komplett durchdrehen will).
4) Kosten: Lebensmittel in Dänemark kosten in etwa das 1,5-2fache von Österreich. Miete zahlen wir über 400€/Monat/Person in einer 3er WG in der Vorstadt mit einem teilweise anstrengenden und hygieneprodukteabstinenten Mitbewohner. Wir wussten dass es teuer wird und nahmen dies in Kauf. Aber wofür? Wir zahlen ein Vermögen, damit wir den ganzen Tag in den Bildschirm starren. Das Auslandssemester war eine Fehlinvestition wie man sie eigentlich nur von Bawag und OEBB kennt.
5) Unterricht: Der ist zwar schon lange vorbei und die Qualität und vor allem die nicht vorhandenen Security-Fächer wurden bereits bemängelt. Trotzdem muss nochmal gesagt werden, dass es jeder beliebige Informatik-Studiengang auch getan hätte.
6) Land und Leute: Von Dänemark kennen wir bisher: Kopenhagen, ... war da noch was? Ich bin mir nicht sicher, ob der Flughafen schon außerhalb der Stadtgrenze ist, aber ihr versteht was ich meine. Leute lernt man auch sehr schwer zwischen Schreibtisch, Küche und WC kennen, irgendwie ist hier nichts los.
Unser Auslandssemester im nächsten Leben:
1) Warm: Wenn wir schon ein halbes Jahr im Ausland verbringen, dann endlich mal irgendwo, wo die Sonne länger scheint und es auch im Winter wohlig warm ist.
2) Party: Es gibt regelmäßig Partys, auf denen man Leute vom Gastgeberland und dem Rest der großen weiten Welt kennen lernen kann. Und natürlich hat man auch genug:
3) Zeit: Man macht die notwendigen 15ECTS und pasta! Wenn wir vollzeit studieren wollen, brauchen wir dafür nicht ins Ausland zu gehen. Wir wollen ins Ausland um uns persönlich weiterzuentwickeln, andere Kulturen kennen zu lernen und Spaß zu haben!
4) Ausflüge: Natürlich gibt es regelmäßig Erasmus-Ausflüge in alle Ecken des Gastgeberlandes und darüber hinaus. Ob man daran teilnimmt oder nicht entscheidet sich nicht, ob man nicht doch lieber das Wochenende mit Projektarbeit vorm Computer verbringen sollte, sondern ob man sich schon vom vorherigen Ausflug regeneriert hat.
5) Kursauswahl: Die spielt im nächsten Leben keine Rolle mehr. Wir haben gelernt, dass hinter einem netten Studiengangsnamen alles mögliche Uninteressante verborgen liegen kann. Computer Science (=Informatik) gibt's überall und pasta! Da weiß man wenigstens, was einen erwartet. An der Uni werden je nach Umfang 2-3 Kurse belegt und dazu natürlich ein Sprachkurs (mit einer Sprache die mehr als 0,08% der Weltbevölkerung sprechen ;) ).
6) Kosten: Am liebsten billig natürlich, aber mal ehrlich: wenn Punkte 1-5 erstmal erfüllt sind spielt Geld keine Rolle mehr und teurer wie Dänemark geht wohl kaum noch.
<träum>
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Mitleitsbekundungen werden gerne im Kommentarbereich entgegengenommen!
Danke fürs Zuhören!
Florian und Peter
Am Dienstag haben wir unsere letzten beiden Unterrichtseinheiten und es ist Zeit mal ein kleines Résumé zu ziehen. Wir hatten insgesamt vier Fächer in denen Frontalunterricht stattfand. Von denen wiederum waren zwei ausschließlich Mathematik (Introduction in Information Theory und Theory of Computation), eines im Bereich Software Engineering (Test and Verification) und nur eines aus dem Bereich Informationssicherheit (Malwares and Attacks). Die ersten drei dieser Kurse wurden gemeinsam mit dem Studiengang Computervision and Graphics abgehalten. So schafften wir es immerhin auf fast zehn Studenten. In Malwares and Attacks waren wir ganze drei Studenten (ja, MIT Flo und mir!). Unsere Meinung über die Fächer im Detail:
Introduction into Information Theory: Inhalt dieses Kurses waren in erster Linie die Wahrscheinlichkeitstheorie und Channel Encoding. Die ersten Stunden wurden von einen Doktoranden abgehalten, der leider nicht sehr geübt im lehren war. Die restlichen Einheiten waren um einiges besser. Hier unterrichtete uns John Sørensen, dem man recht deutlich anmerkt, dass er das schon seit Jahrzehnten macht und dementsprechend erfahren ist, schwierige Inhalte so gut wie möglich zu verpacken. Der Inhalt der Vorlesung war rein mathematisch, was die Motivation nicht gerade steigerte. Ich vermute dass sich der Großteil des erworbenen Wissens mangels Anwendung bald wieder verflüchtigen wird. Trotzdem find ich es gut, dieses Thema einmal gehört zu haben.
Theory of Computation: Hier ging es um Mengenlehre, Regular Grammar, (non)-deterministic finite automaton, pushdown automaton und andere so wohlklingende Dinge. Normalerweise würden wir ja sagen, dass wir sowas niemals brauchen würden, aber wie der Zufall es so will macht das einen Großteil von Flos Projekt aus. Auch hier also ein rein mathematischer Stoff. Und auch hier hielt der Doktorand die ersten Vorlesungen ab und wie haben nicht viel vom Inhalt verstanden. Nur wurde es hier nach dem Lehrerwechsel leider nicht viel besser. Der eigentliche Inhalt wurde immer wieder doch Beweise unterbrochen, welche von Vorlesung zu Vorlesung komplexer wurden. Da wir das Beweisen nicht gewohnt waren mussten wir uns sowohl auf den eigentlichen Inhalt als auch auf das Beweisen konzentrieren. Irgendwann verschwamm alles zu einer einzigen riesigen Wolke und wir verstanden nichts mehr. Trotz mehrfacher Kritik wurde am Modus der Vorlesung nichts geändert. Erst als in einem Steering Group Meeting (mehr dazu später) wirklich alle Studenten kollektiv Kritik übten lenkte der Vortragende endlich ein. Leider zu spät - das Meeting war vor der letzten Einheit in diesem Fach. Auch hier gilt, dass ich glaube, dass der Inhalt zu theoretisch ist, als dass ich ihn in nächster Zeit anwenden könnte. Trotzdem schadet es nicht einmal davon gehört zu haben.
Test and Verification: Endlich ein Fach, in dem es nicht ausschließlich um Mathe geht. Hier ging es um das Testen von Systemen und Programmen. Angefangen haben wir mit Concurrent Programming, wo wir verschiedene Implementierungen von Mutexes analysierten und auf liveness und safety überprüften. Weiter ging es mit Modeling, Temporal logic und Model Checking mit Hilfe des Tools Uppaal. Am Ende gab es noch einen sehr kurzen Überblick über Black-Box und Clear-Box Testing. Ich glaube, dass wir aus diesem Kurs sehr viel Wissenswertes mitnehmen können. Vor allem da ich mich ja intensiv mit dem Thema sichere Softwareentwicklung beschöftigen möchte. Der Vortragende Roger Munck-Fairwood gestaltete den Kurs recht gut. Manches hätte man wohl schneller durchnehmen, anderes dafür mehr im Detail besprechen können. Aber das sehen andere vielleicht wieder genau umgekehrt.
Malwares and Attacks: Endlich: unser erstes - und einziges - Fach im Bereich Informationssicherheit. Der Grund dass es nur dieses eine gibt ist, dass wir das erste Semester mitmachen mussten - es hab kein drittes dieses Jahr. In dem Kurs waren wir dann auch ganze drei Studenten, weshalb auch noch die Stunden gekürzt wurden. Jeder von uns vieren (drei Studenten und Vortragender) hielt jeweils ein Viertel der Vorlesungen ab. Die Vorbereitungen für die Vorträge waren mit vernünftigem Aufwand zu schaffen, da die Folien bereits vorgegeben waren. Dass wir die Vorlesungen selbst abhielten war ein sehr interessantes Konzept und funktionierte hervorragend. Durch die kleine Gruppe konnte auch viel über die Themen diskutiert werden. Leider waren die Folien und der Inhalt leider bereits etwas verjährt - der gr0ßteil des Inhaltes stammt aus einem Buch von 2004. Das heißt zwar nicht, dass der Inhalt bereits überholt wäre. Es fehlten allerdings alle neuen Techniken, die Seither von Malware und deren Bekämpfer angewendet werden.
Allgemeines: Um die Qualität an der Aalborg Universität stetig zu verbessern, gibt es hier sogenannte Steering Group Meetings. Dabei handelt es sich um Besprechungen, die in etwa jedes Monat abgehalten werden. Teilnehmer sind die Vortragenden und die Studenten eines Studienganges (in unserem Fall die Studiengänge CNS und CVG gemeinsam). Die Besprechung dient um Feedback zu geben. Sowohl von den Studenten and die Vortragenden und die Universität im Allgemeinen als auch umgekehrt. Dabei werden die einzelnen Projekte der Studenten, die Fächer als auch allgemeine Dinge wie die Infrastruktur besprochen. Dass diese Meetings auch etwas bewirken können sahen wir bei unserem Theory-of-Computation-Vortragenden. Anfangs immun gegen jegliche Kritik lenkte er am Ende doch ein und sah, dass unsere Kritik gerechtfertigt und konstruktiv ist. Wir besprachen dann noch in der gleichen Besprechung Wege, wie der Unterricht besser gestaltet werden könnte.
Dieses System des Feedback-Gebens hat uns sehr gut gefallen, da es beide Seiten dazu zwingt, sich mit der Kritik zu befassen und durch den Dialog auch Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden können. Dieses Verfahren funktioniert vermutlich um einiges besser als das rein schriftliche und anonyme Feedback am Ende jedes Semesters in Hagenberg. Dies ermöglicht weder die Kritik genau zu erörtern, noch zwingt es den betroffenen sich mit der Kritik überhaupt zu beschäftigen.
Alles in allem sind wir von dem Unterricht hier etwas endtäuscht. Dies liegt in erster Linie an den gebotenen Fächern. Schließlich haben wir diese Universität extra ausgewählt, weil es hier einen Security-Studiengang gibt. Ein einzelner Kurs über Informationssicherheit wird aber wohl in jedem Informatikstudium angeboten.
Dass der Unterricht jetzt zu Ende geht heißt leider nicht, dass wir jetzt mehr Zeit haben uns mit Dänemark zu beschäftigen. Jetzt heißt es, unsere Projekte voranzutreiben. Am 17. Dezember ist das Abgabedatum für unsere 50-seitige Projektdoku (pro Person). Das heißt wir schreiben jetzt innerhalb eines Monats eine kleine Diplomarbeit. An alle die glauben wir machen hier Urlaub: schön wärs'! 40 Stunden arbeiten zu gehen und dann nicht mehr an das Projekt denken zu müssen wäre deutlich angenehmer.
Leider gab es schon länger keine Blog-Eintrag mehr von uns. Als Entschädigung gibt's jetzt einen extra ausführlichen! Außerdem findet ihr jetzt alle unsere Kopenhagen-Fotos auf Picasa. Es werden ständig welche hinzukommen, also schaut ab und zu vorbei. Aber jetzt erst mal zu unserem Kurzurlaub:
Wenn wir schon mal in Skandinavien sind, müssen wir natürlich auch Stockholm einen Besuch abstatten. Also Flug mit SAS von Kopenhagen in die Schwedische Hauptstadt gebucht, dazu ein kleines Apartment.
Donnerstag
Der Flug geht um 12:20. Da wir auch Gepäck einchecken müssen heißt das Ausnahmsweise wiedermal früh (also vor 11:00) aufstehen. Via Check-In am Automaten umgehen wir Komfortabel die Warteschlangen an den Schaltern und warten erst mal 2h. Der Flug war angenehm ruhig, Getränke kosten scheinbar mittlerweile auch bei Star-Alliance-Flügen extra. Angekommen in Stockholm mussten wir feststellen, dass 4 unabhängige Wettervorhersagen doch recht haben. Es war stark bewölkt, windig und kalt. Der Herbst ist hier im Norden bereits deutlich weiter vorangeschritten als in Kopenhagen. Viele Bäume haben ihr Blätterwerk bereits vollkommen abgelegt. Alle anderen erscheinen in wunderbaren Herbstfarben, was der Stadt zusätzlich ein besonderes Flair gibt. Nach einem kleinen Irrweg durch den Hauptbahnhof (wir suchten eine Touristeninformation - vergebens) machten wir uns auf den Weg zum Apartment.
Die Vermieterin war nicht da, gab uns aber bereits im Vorhinein Instruktionen, wie wir in die Wohnung können. Über das Apartment selbst waren wir dann sehr angenehm überrascht. Sehr gepflegt und hübsch und vor allem: mit Couch und Wohnzimmertisch! So einen Luxus haben wir in unserer Kopenhagener Wohnung ja leider nicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann mal raus um die nähere Umgebung zu erkunden und Frühstück einzukaufen. Beim Einkaufen waren wir über die Preise höchst erfreut. Im Vergleich zu Kopenhagen ist es in Stockholm richtig günstig - in etwa Österreichisches Niveau. Essen gab es in einer Tapas-Bar. Sehr lecker und obwohl wir jeweils nur ein Tapas verspeisten doch einigermaßen sättigend. Da die Zeit dann doch schon recht fortgeschritten war und wir in der Nachbarschaft keine belebte Bar finden konnten machten wir uns noch einen gemütlichen Abend bei Vodka und Musik im Apartment (Der Laptop hat auch ein Glas abbekommen.
Freitag
Wettermäßig hat sich Freitags leider nichts geändert - dichte Wolken, Wind, kalt und ab und zu auch noch ein bisschen Regen. Unser erster Weg führte uns Richtung Altstadt, wobei wir am Rathaus (Stadshus) vorbeikamen. Hierbei handelt es sich um einen sehr imposanten Bau - sowohl außen als auch innen. Da das Wetter ohnehin nicht so sehr zum herumschlendern einlud, machten wir auch eine geführte Tour durch das Rathaus mit. Dabei erfuhren wir allerlei interessante Dinge über den Bau und die Geschichte des Hauses.
In diesem Rathaus wird ja unter anderem das Nobelpreis-Dinner abgehalten. Am beeindurckendsten war allerdings der goldene Saal. Dessen Mauern bestehen ausschließlich aus Mosaiken. Die meisten Steine sind dabei - daher der Name - golden. Nach der Besichtigung ging's dann aber wirklich ab in die Altstadt. Diese ist sehr charmant und wirkt fast mediterran. Sehr enge Kopfsteinpflastergassen die ständig vom Wasser auf einen Hügel und wieder hinab führen. Außerdem ist die ganze Stadt von Wasser zerfurcht - schaut irrsinnig toll aus!. Am Abend ging es dann in den Jazz Club Fasching, wo der New Yorker Gitarrist Jonathan Kreisberg ein Konzert gab. Die Musik war sehr gut. Sehr beeindruckend, was dieser Künstler aus seiner Gitarre rausholt! Nachdem Konzert kamen dann deren Überraschung zwei: Zunächst verwandelte sich der Jazz Club plötzlich in eine Tanzbar.
Eine Menge junger Menschen (geschätzt ca. 20- bis 30-jährig) strömten in das Lokal und tanzten sofort drauf los. Und mit tanzen meine ich nicht das halb betrunkene, halb spastische rumgehoppse, wie ich es von Österreichern (uns eingeschlossen) kenne. So gut wie alle konnten tatsächlich gut tanzen. Ich weiß nicht, ob das für Stockholm normal ist oder wir einfach nur am richtigen Ort waren. Jedenfalls war dieses Spektakel sehr schön anzusehen. Die zweite Überraschung war dann ein weiterer Live-Auftritt. Diesmal von einer jungen aber sehr gute Band, die Musik in die Richtung R'n'B und Michael Jackson zum Besten gab.
Samstag
OK, ich gebe es auf. Florian nach unter 8h Schlaf aufzuwecken funktioniert einfach nicht. Das heißt es wurde wieder 12, bis wir endlich rauskamen. Dann der Schock: Sonne! In Stockholm! YEAH! Leider hat unsere Freude nicht lange gehalten. Bis wir beim Vasa-Museum angelangt sind, war es wieder komplett verzogen. Das Museum selbst muss man gesehen haben. Wir haben in etwa 3h darin verbracht, obwohl es einzig und alleine um ein Schiff geht - die Vasa. Einst der ganze Stolz der schwedischen Marine ist es bei der Jungfernfahrt noch im Hafen Stockholms wegen Konstruktionsfehler gesunken. 333 Jahre später wieder geborgen und restauriert steht es heute in voller Pracht im eigenen Museum. Für Studenten gibt es fast 50% Ermäßigung und Führungen sind gratis. Diese sollte man auch unbedingt mitmachen, da man allerlei über den Bau, den Untergang und das Leben an Board (wie es gewesen wäre) erfährt. Das Licht im Museum ist sehr gedämpft, was sehr passend wirkt aber das Fotografieren stark erschwert. Ich plädiere für Stative zum ausborgen! Nach dem Museum ging es zum Italiener Pizza essen. Zwei Pizzen und zwei Cola um 21€ ... in Kopenhagen gibt's dafür bestenfalls zwei Mäci-Menüs.
Sonntag
Aufgestanden um 13:00, Wachablöse um 12:15. Gut, ein weiterer Grund Stockholm nochmal zu Besuchen. Den sonnigen Nachmittag nutzten wir dann um ein letztes Mal durch die herrliche Altstadt zu schlendern. Wieder in Kopenhagen angekommen, gab es gleich eine tolle Überraschung: Am Ausgang warteten schon Silvia und Valentina mit einem Willkommensschild auf uns. In Kopenhagen hatte es zwar geregnet, doch es war angenehm warm. Man merkt halt doch, dass wir wieder im Süden sind.
Sämtliche Stockholm-Fotos gibt es hier zu bestaunen.
Heute an meinem einzigen freien Tag an diesem Wochenende hats natürlich Sauwetter in CPH gehabt und so sind wir kurzerhand ins dänische Nationalmuseum gefahren und haben uns ein wenig über die dänische Frühgeschichte informiert. Allerdings sind wir nur bis zu den Römern und Wikingern gekommen bevor das Museum zugesperrt hat. Das nächste Mal werden wir früher hinfahren. Heut Abend hab ich dann Karten für die Blue Men Group reserviert, bin schon sehr gespannt drauf! Um 60 Euro pro Person muss das schon was können!
Hübsch! Aber flach wie eine Flunder. Der höchste Punkt hat laut Wikpiedia gerade mal 170m. Das fällt in Österreich ja nicht mal als Hügel auf :-)
Die Konferenz heute war ganz in Ordnung. Wir erfuhren keine weltbewegenden Neuigkeiten, aber immerhin zahlten wir dank der gratis Karten eines Studienkollegen keinen Eintritt. In einem Vortrag, welcher sehr interaktiv gestaltet war, stellte der Vortragende eine Frage. Daraus ergab sich in etwa folgender Dialog mit einer jungen Frau mit amerikanischem Akzent:
Vortragender:
Amerikanerin:
Vortragender: Why do you think it should be that way?
Amerikanerin: Because I was told so.
Vortragender: But haven't the people who told you so also mentioned why it is that way?
Amerikanerin: Well, this was in a place called school, where you usally have to learn what the teacher says and don't get additional information.
Der Vortag von Poul-Henning Kamp war besonders lustig. Zumindest gehen wir davon aus, da das Publikum ständig lachte. Wir haben leider bis auf ein paar Wortfetzen nicht viel mitbekommen - der Vortag war auf Dänisch :( .
Sehenswert war auch der Vortrag über die Verwendung von Linux in Hollywood. Neben der Aufklärung einiger Special Effects war insbesondere das Verhältnis der kommerziellsten aller Branchen zu Open Source interessant.
Morgen gibts keine Uni für uns, wir gehen auf eine Open-Source-Konferenz in Kopenhagen! Die Konferenz dauert 2 Tage und hat (hoffentlich) einige Interessante Vorträge für uns dabei. Lars, ein Studienkollege (also der dritte CNS-Student) ist im Organisationsteam und hat uns die Karten um 100 DKK statt 1095 DKK besorgt. Also Morgen früh das Hemd ausgepackt und dann wird ge-Konferenzt. Ab Abend sind wir dann eingeladen, mit Lars und ein paar Leuten aus der Sicherheitsbranche essen zu gehen. Hier könnten sich interessante Kontakte ergeben! Wir sind schon sehr gespannt auf den morgigen Tag.
Kein Sanmohan mehr! Seine Teile der zwei Kurse sind vorbei und wir haben heute neue Profs bekommen. Die sind so ziemlich das Gegenteil von ihm, also die erklären wie etwas funktioniert und erläutern den Kontext und den Nutzen. Nicht so wie Sanmohan, der aus seinem Mathematikbuch vorgelesen hat und Formel hinter Formel an die Tafel abgemalt hat und bei Fragen selbst nicht so genau gewusst hat, wie das jetzt eigentlich funktioniert. Jetzt haben wir auf jeden Fall neue Hoffnung geschöpft und werden vorerst mal das eine Fach, wo wir schon mehr oder weniger damit aufgehört haben, doch noch weiter machen und nochmals evaluieren.
Nochmals die Auflistung unserer 5 Fächer hier in an der AAU:
- Tests and Verification: Softwaretesting für verteilte Systeme. Mit Simulationen, Zustandsdiagrammen und so spannenden Sachen wie den Dijkstra-Algorithmus. Der Prof. ist recht oke und kann gut erklären, wenngleich er doch ein bisschen langsam ist.
- Theory of Computation: Da gehts um Informatikergrundlagen wie State-Machines, Formal Languages mit Grammar und lauter so Sachen für das erste Semester Informatik auf der Uni. Aber mit neuem Prof. auch interessant und verständlich und generell nicht schlecht, das mal gehört zu haben.
- Information Theory and Statistics. Mengenlehre, Wahrscheinlichkeitsrechnung und darauf aufbauend Codierungs- Kompressions- und Übertragungstheorie. Auch mit neuem Professor sehr vielversprechend.
- Malwares and Attacks: Ja, sogar ein Security-Related Fach haben wir! Ein Überblick über Malware den wir zu viert (wir zwei, ein dänischer Student und der Professor==Studiengangsleiter) machen. Interessantes Thema, aber das Wissen und die Folien vom Prof. sind schon etwas angestaubt. Da wir aber Teile der Vorlesung halten, können wir da vielleicht ein wenig abstauben. Kommenden Freitag hat jeder von uns zwei eine 45-minütige Präsentation vor der gesamten "Klasse", die, nachdem der eine dänische Mitstudent auf einer Konferenz ist, aus uns und dem Prof. besteht. Aber immerhin.
- Projekt. Das Semesterprojekt gibt 18 ECTS-Punkte, also gut die Hälfte des Semesters ist Projekt. Nach einigem Ringen um das Thema und die unübliche Gruppengröße von nur einer Person pro Projekt können wir nun doch schon mit unserer Diplomarbeit beginnen. Und bei einer Mindestgröße der Doku von 50 Seiten ham wir da schon einiges an Vorarbeit für die DA.
Wir besuchen ja in userer Freizeit neben der Uni einen Dänischkurs um uns ein bisschen mit den Eingeborenen hier verständigen zu können. Der Kurs ist ein Standard-Immigrantenkurs, allerdings sind in unserer Gruppe nur Erasmus-Studenten. Der Kurs ist zweimal die Woche, mandag og torsdag, je 3 Stunden. So geht sehr schnell sehr viel weiter und wir können schon einiges auf Dänisch sagen. Der Kurs is momentan mit Abstand das, wo wir am meisten lernen und am meisten zu tun haben :-)
Und genau in dem Kurs haben wir auch ein wenig über Dänemark gelernt und sind draufgekommen dass es eine (sogar relativ große) Insel namens Lolland gibt :-). Also die ideale Sommerresidenz für Nerds!
Seit Donnerstat ist Herm bei uns auf Besuch. Neben den Sehenswürdigkeiten mussten wir ihm natürlich auch das Kopenhagener Nachtleben näher bringen. Mittlerweile geht's uns auch wieder besser ;). Donnerstag Abend ist noch relativ ruhig verlaufen, da Flo und ich Freitags um 9:00 Morgens Unterricht hatten. Wir haben bei ein paar gemütlichen Gläsern Vodka Miami Vice geschaut. So alte Serien sollte man wohl lieber gut in Erinnerung behalten und nicht wieder ansehen. Für heutige Verhältnisse ist die Serie extrem langsam und langweilig, schon fast anstrengend. Freitags ging es dann erstmal in die Uni. Zu Mittag dann wieder heim und erstmal kochen. Herm hats auch geschmeckt ;).
Nach einem kleinen Nickerchen gings dann richtig los. Erstmal gemütlich ein paar Vodka geschlemmert, sonst wird das fortgehen zu teuer. Dann ging es zu einem unserer wenigen Erasmus-Events: Copenhagen by Night. Das heißt über 50 Studenten treffen sich bei einer U-Bahn-Stationen und machen sich auf dem Weg zu einer bis dahin unbekannten Bar. Auf Autos und Ampeln wird dabei eher weniger Rücksicht genommen. So weit ich weiß, sind alle heil bei der Bar angekommen, aber wer weiß das schon bei lauter Studenten in Partylaune. Das Lokal war dann eine (die?) Australien Bar.
Bis 22:00 gabs erstmal Happy-Hour für uns Studenten. Happy-Hour heißt in diesem Fall, dass ein Vodka-Sprite nur 20DKK an Stelle von 45DKK kostet. Ein 45DKK Vodka ist übrigens für das Foto mit den Mädels draufgegangen (verschüttet). That's Copenhagen ... . Bei diesem Event lernten wir dann zwei Sizilianerinen kennen, welche mit uns studieren werden. Mit denen sind wir dann bis halb 5 durch diverse Bars gezogen. Den Nach-Hause-Weg haben wir das erste mal mit dem Nachtbus bestritten. Der brachte uns schneller Heim als die S-Bahn, nicht schlecht!
Der Samstag begann dann um halb 2 oder so ... wer will das schon so genau wissen? Den Nachmittag verbrachten wir dann gemeinsam mit Silvia und Valentina mit einer Bootstour und einen Ausflug in den Rosenslot Haven (=Garten). Die Bootstour ist zwar ganz nett, aber meiner Meinung nichts, was man jetzt unbedingt gemacht haben sollte. Am Abend ging es dann erstmal in eine Cocktailbar, welche wir im Reiseführer gefunden haben. Die K-Bar ist zwar ganz nett, aber die Cocktailpreise, die bei 95DKK beginnen, haben uns dann doch abgeschreckt. Danach ging es wieder in die Australien Bar. Allerdgins merkte man doch unsere Angeschlagenheit vom Vorabend. Heute wird ausgeruht, mann muss es ja nicht übertreiben ;).
Wir genießen hier die schönen Tage. Mit ca. 15-17°C ist es bei uns noch sehr mild, sodass wir heute wiedermal auf dem Balkon gegessen haben. Gekocht haben wir heute Kartoffelgratin. Es war recht lecker, wenn auch nicht so gut wie Kathi ihres. Bevor es ans Arbeiten ging gönnten wir uns noch eine kleine Stärkung in Form von Eiskaffee und Kuchen (Man beachte die Bücher, welche alibihalber schon bereit liegen). Unser Mitgefühl gilt allen, welche im Moment in Österreich frieren müssen.
Eines der ersten Dinge, die ich in Kopenhagen erforschen musste, ist, wie es hier mit der Cider-Versorgung aussieht. Die ist ja in Österreich sehr mau, wo man mein Lieblingsgetränk mittlerweile praktisch nur noch in Irish-Pubs bekommt. Um so erfreuter war ich natürlich, wie ich gesehen habe, dass es hier sogar sehr viele verschiedene Cider zu kaufen gibt (auch im Supermarkt). Nur die mir bekannten irischen Cider wie Magners oder Strongbow waren nicht zu finden. Nachdem ich mich mal etwas durchgekostet hatte, kam die Ernüchterung (Achtung: Wortspiel!). Die hier verkauften Cider aus Dänemark und Schweden sind nicht wirklich mit den irischen zu vergleichen, welche eher herb sind. Die skandinavische Variante schmeckt wie ein Alko-Pop - nur nach Zucker. Das ist zwar immer noch besser wie Bier, aber mehr als ein bis zwei davon pro Abend gehen unmöglich. Da kommt man höchstens duch den Zuckerschock in Stimmung.
Der Tivoli ist vergleichbar mit dem Wirschtlprater in Wien. Allerdings befindet sich der Tivoli mitten im Zentrum Kopenhagens, was ihm eine besondere Atmosphäre verleiht. Leider endet die Sommersaison heute, weswegen wir ihm gestern einen Besuch abstatteten. Außerdem gibt es diese Woche das Multy Ride Ticket um nur 100DKK. Dieses Ticket enhält den Eintritt und die Fahrgeschäfte. Leider war recht viel lost, sodass wir nur 4 Attraktionen testen konnten. Am besten war natürlich die Achterbahn - aber viel zu kurz. Der Tivoli ist sehr schön gestaltet, trotzdem kann ich leider nicht mit Fotos dienen, da mich die Kamera zu sehr gestört hätte.

Haben heute Chilli con Carne Auflauf kredenzt. Wie gut er gelungen ist, könntet ihr im Moment an meinem Bauchumfang erkennen. Wir haben natürlich wie immer zu zweit die Zutaten für 3 Personen genommen, das war diesmal etwas viel! Das Kochen ist immer eine riesige Action, das Abspülen danach leider auch.
Wer geglaubt hat, wir würden uns hier von Fastfood oder Fertiggerichten ernähren, der irrt! Wir kochen brav unser eigenes Essen und es macht sogar richtig Spaß. Bisher haben wir beispielsweise Serbisches Reisfleisch und Curry mit Schweinefleisch und Paprika gezaubert. Selbst Tage nach dem Verzehr erfreuen wir uns noch bester Gesundheit. Aber das haben wir ja schon aus dem Rattenfilm gelernt: Everyone can cook.
PS: In der rechten Leiste findet ihr absofort die Links zu den von uns nachgekochten Rezepten














Wir ham Internet!
Grad mal 48 Stunden nach der Bestellung ham wir einen funktionierenden Internetanschluss mit 12Mbit *Tim-Taylor-Grunz*. Jetzt ham wir eine richtige Wohnung. Mit dem gestern gekauften Esstisch für die Küche und der eingebauten Backrohrtüre kann man die Wohnung jetzt "feature complete" bezeichnen. Ein paar Bugs gibts noch, wie zB die fehlenden Lampen in zwei Zimmern, aber das ist nicht so wichtig solangs Internet und Essen gibt :-)
So, und jetzt mal ghörig Internet surfen, ham ja 2 Wochen Sucht nachzuholen!
Flo und Alex (unser Mitbewohner) hatten es scheinbar nicht ganz so idyllisch wie ich gefunden, immer am Schreibtisch zu essen und haben Heute spontan eine Esstischgarnitur mit 4 Stühlen gekauft. Das Set gab es im Angebot um 500DKK. Gekauft war schnell, nur das Nach-Hause-tragen war nicht ohne. Die Beiden haben den Tisch gemeinsam per S-Bahn bis Ballerup geschafft, ab dort durfte ich dann mithelfen. Kurz zu den Daten: 45KG, sperrig, 0,9km. Nachdem wir es endlich geschafft hatten das Ding auch noch in den 2. Stock zu hieven und wir unsere Finger nicht mehr spürten, konnte es ans Aufbauen gehen. Auf die Tücken des Zusammenbaus gehe ich jetzt nicht näher ein, nur so viel: es gibt kurze und lange Verstrebungen. Steht auch in der Anleitung, aber wir sind doch keine Mädchen und lesen soetwas! Wer kommt eigentlich auf die dämliche Idee Tische mit Glasplatten herzustellen? Mal ehrlich, nach jedem Essen Fensterputzen ist nicht so spannend.
Gestern zog unsere polnische Mitbewohnerin aus und unser neuer Lettischer Mitbewohner ein. Jetzt haben wir endlich unsere Zimmer, jeder ein eigenes Zimmer und Bett :-)
Gestern Abend wieder Kochstunde, bis wir draufgekommen sind, dass userer Polin sogar das Salz aus der Küche mitgenommen hat. Stress: Bratkartoffel ohne Salz oder Plan B? Plan B natürlich. Voller Motivation auf zur Nachbarin von gegenüber und mit genau 0% Sprachüberschneidung und viel Gestikulieren ein Salz organisiert. Sål heißts glaub ich. Das å ist so ähnlich wie das o im Mühlviertlerischen wie in "hab" zB. Heute Morgen beim zurückbringen dann ein freundliches "kanje behalde". Jetzt sind wir im Besitzt eines vor 7 Jahren abgelaufenen Salzes von unserer Nachbarin. Hat aber gut geschmeckt! Und ich hab mich schon mal vorgestellt was vielleicht bei einem späteren Staubsaugerausborgen behilflich sein könnte. Aber da muss ich erst mal rausfinden was Staubsauger auf dänisch heißt.
... und keine Schultüte! Pah!
OK, im Ernst: Die Uni ist in einem relativ neuem Gebäude, die Höhrsäle sind nicht so toll ausgestattet wie unsere FH. Wir sind scheinbar nur 5 Studenten in unserem Studiengang (der übrigens Communication Networks specialising in Security oder kurz CNS heißt, damit ihr auch wisst, was wir da heroben eigentlich machen). Davon sind 3 Erasmus-Studenten. Das wird gemütlich ;). Sonst gibt's eigentlich noch nichts Spannendes über die Uni zu erzählen und jetzt geht wieder was arbeiten!






Tag zwei in unserer Wohnung. Nach einer angenehmen Nacht in unserer Wohnung, in unseren Betten, nach einem Frühstück aus unserer Küche fängt heute das Auslandssemester so richtig an. Sind grad wieder im Zentrum von Ballerup vor der Kirche zum Hl. Linksys (oder Hl. Kontor, da ist der Empfang besser) um unsere Informationstechnischen Bedürfnisse zu erfüllen. So ganz ohne Internet in der Wohnung ist auch eine sehr nette Erfahrung, die Tage dauern auf einmal viel länger und man hat viel mehr Zeit um zu lesen, sich zu unterhalten oder einfach nur nachzudenken ohne seine Gedanken gleich mit dem allwissenden Internet abgleichen zu müssen.
Jetzt gehts dann in die shopping mall zum Putzzeug kaufen (ja, das ist definitiv nötig in der Wohnung) und zum Lebensmittel für das Wochenende besorgen. In unserer Euphorie wird natürlich gleich noch chefkoch.de konsultiert und groß aufgekocht, schließlich haben wir ja eine große, schöne, mit IKEA-Starterset ausgerüstete Küche zu unserer Verfügung.
Gestern waren wir das erste mal richtig am Meer! Sind am Abend noch mit der metro an den Strand gefahren und sind dort am Pier gesessen bis es finster war. Die frische Meerluft war sehr angenehm, schade dass mit Baden heuer höchstwahrscheinlich nichts mehr wird. Wär am liebsten sofort reingesprungen :-)
Freunde, es ist so weit: Wir haben endlich eine Wohnung! Sie ist mitten in Ballerup, einer netten Vorstadt von Kopenhagen, in der auch die Uni ist. Allerdings brauchen wir ein Fahrrad um zur Uni zu kommen oder wir müssen eine Station mit der S-Bahn fahren und jeweils 5min gehen. Ins Zentrum von Kopenhagen fahren wir nicht ganz eine halbe Stunde. Jeder von uns bekommt sein eigenes Zimmer, wobei das kleinere davon schon groß ist. Teilen werden wir die Wohnung voraussichtlich mit einer Polin, die wir noch nicht getroffen haben und die möglicherweise bald wieder heim fährt. Einziges Problem bisher: die Wohnung stinkt stark verraucht und jeder der mich kennt, weiß wie mich das ankotzt! Aber das bekommen wir auch noch in den Griff. Internet haben wir leider auch noch keines. Angelich kann uns da aber die Uni weiterhelfen, mehr werden wir aber erst am Montag erfahren.
Jetzt kann unser Semester in Kopenhagen endlich richtig losgehen und ich bin überzeugt, dass es eine schöne Zeit wird!
So, heute könnte es ernst werden. Wir haben per Mail Kontakt zu den anderen Erasmus-Studenten unserer Uni aufgenommen und gefragt, wie es bei ihnen bezüglich Wohnung aussieht. Daraufhin schrieb uns einer unserer Kollegen, wir könnten gemeinsam ein Zimmer in einer WG haben. Ein Mädchen hätte ein Zimmer für sich, die beiden Jungs und wir beide jeweils eines gemeinsam. OK, klingt nach einer Gelegenheit zumindest den September zu überbrücken. Nach dem Flo endlich wach genug zum telefonieren war erfuhren wir sogar noch besseres: Die beiden Jungs ziehen aus und wir können beide Zimmer haben, also jeder sein eigenes. Wir wurden allerdings vorgewarnt, dass es sehr teuer sei: 3000DKK/Person. Gut, wir rechneten eher mit 5000DKK. Für uns ist das ein richtiges Schnäppchen!
Ich hoffe nur, dass unsere momentane Euphorie (Flo rasiert sich sogar zur Feier des Tages!) kein jähes Ende findet. Um ca 13:00 wissen wir mehr.
Nach abgewehrten SCAM-Attacken und einem weiteren Tag Wohnungssuche siehts wieder mal schlecht aus. Zwei der vier möglichen Wohnungen sind nichts (eine is schon weg, die andere is nicht möbliert und etwas länger nicht mehr renoviert worden). Die anderen zwei gehen nicht ans Telefon, dazu kommt eine neue Wohnung bei der wir ebenfalls niemanden erreichen. Naja, e-mail geschrieben und regelmäßig erneut anrufen.
Man könnte fast sagen dass wir schon einen geregelten Alltag haben. Allerdings ist die Frustration indirekt proportional mit der Zeit die noch bis zum Studienbeginn bleibt.
Hope for the best - prepare for the worst.
[UPDATE]
Von den 3 verbleibenden Anzeigen habe ich jetzt 2 erreicht.
Der Erste meinte, er hat schon sehr viele Bewerber und meldet sich am Samstag, falls es keiner genommen hat (haha!). Bei der zweiten Nummer hat eine nette Dame abgehoben, die meinte, kein Apartment zu haben und die Nummer in der Anzeige falsch sein muss. Das heißt die arme bekommt jetzt für ein paar Tage alle paar Minuten einen Anruf. Bei der dritten Nummer erreichen wir nach wie vor niemanden.
I got an e-mail a few days ago:
Furniture includes: sofa bed, dining table, 4 dining table chairs, standing light,coffee table,rug,media/TV table,double bed+mattress, two night tables,two table lights,dresser,cupboard,built- in closet, full equipped kitchen (dishes, cutlery, pots, pans,etc.),two garden chairs,curtains,blinds and lighting fixtures.
If you are interested then we will have to proceed by signing the rental agreement and payment will have to be made for reservation.
Your name
Your address
move in date and move out date
A scan copy of your ID
We can also chat on MSN on xxx and you can always text me on this Number xxx Because i am here in London Planning a wedding.
Then I thought why don't I chat with her:
[18:06:47] ellen : Hi
[18:07:10] me : hi!
[18:08:32] me : is the apartment still available?
[18:08:57] ellen : yes
[18:09:50] me : goot, cause we are still searching :)
[18:09:54] me : can we have a look at it?
[18:10:12] me : do you have some photos you could send us?
[18:10:21] ellen : i am in London not in CPH
[18:10:57] me : i know, but we can't rent an apartment we haven't even seen
[18:11:23] ellen : where are you?
[18:11:25] ellen : in CPH?
[18:11:29] me : yes
[18:11:49] ellen : and when do you intend to move in?
[18:11:55] me : yesterday
[18:11:59] me : as soon as possible
[18:12:09] me : we are staying at a bed&breakfast at the moment
[18:12:21] ellen : ok do you have any relatives in the UK?
[18:12:50] me : no
[18:13:21] ellen : ah ok
[18:14:27] me : what can we do?
[18:14:53] ellen : if you can show some commitment i can come to CPH to fix you in
[18:15:05] me : commitment?
[18:15:17] ellen : yes
[18:15:36] ellen : i need to be rest assured before coming to CPH that the money will be available when i come
[18:16:15] me : and how can i assure that?
[18:17:02] ellen : by showing proof of the month rent and deposit
[18:17:38] me : but i can't do that without even knowing the apartment exists.
[18:19:27] ellen : of course it does
[18:19:44] ellen : where are you from?
[18:19:49] me : austria
[18:20:11] ellen : are you alone in CPH?
[18:20:17] me : no
[18:20:37] ellen : who are you with?
[18:20:49] me : a friend
[18:21:02] ellen : ok good
[18:21:34] ellen : how about if you a transfer at the WU office in your friend name as the receiver then you show me proof to confirm if the money is truly available and if the amount is complete
[18:21:52] ellen : ones i see the proof i will come to meet you so that i can fix you in
[18:22:13] ellen : after you have moved in then you can change the rec eiver name to my name so that i can have the money
[18:22:37] me : sounds funny
[18:23:16] me : how about i send you a screeshot which shows my bank account balance.
[18:23:48] ellen : i don't want anything to do with bank statement
[18:25:34] me : sounds like a bad scam
[18:25:43] me : although its fun writing with you
[18:27:36] me : oh, come on
[18:30:21] me : how does it work?
[18:30:46] ellen : what?
[18:31:09] me : the scam
[18:31:34] me : is it the plan that i give you the MTCN and you withdraw the money?
[18:32:10] ellen : what are you saying
[18:33:04] ellen : thanks for the insult
[18:33:29] me : you're welcome
Erstmal RIESEN Dank an Kathi, die uns ein B&B rausgesucht hat, aus welchem ich gerade diesen Eintrag schreibe. Das heißt wir schlafen Heute nicht unter einer Brücke. Dieses Erlebnis konnten wir fürs Erste mal hinauszögern. Das B&B ist übrigens viel angenehmer als unser bisheriges Hostel. Flo und ich teilen uns alleine ein Zimmer und haben GRATIS Internet. Das ist in Kopenhagen nicht selbstverständlich (abgesehen von den vielen Familien Linksys, welche hier großzügigerweise ihre WLANs nicht verschlüsseln).
Inzwischen hatten wir wieder einen Besichtigungstermin bei einer Wohnung. Kaum angekommen, erfuhren wir, dass sie schon vergeben ist. Das hat uns ausnahmsweise nicht zurückgeworfen, da wir schon damit gerechnet hatten. Dabei war die Fahrt dort hin gar nicht ohne, da wir Schwierigkeiten hatten, ein U-Bahn-Ticket zu lösen. Der Automat akzeptiert nur Kleingeld oder Karten. Bei den Karten wurde meine Bankomatkarte verweigert und bei der Kreditkarte ein PIN verlangt ... ja weiß ich leicht den PIN meiner Kreditkarte? Herrschaftszeiten numoi! (Ja, Flo fäbrt schon wieder furchtbar auf mich ab). Nachdem wir zehn Leute gebeten haben uns einen Schein auf Kleingeld zu wechseln hatten wir endlich Erfolg.
Morgen 14:00 Kopenhagener Ortszeit haben wir wieder eine Besichtigung. Die Wohnung ist zwar nicht sehr billig, aber im Rahmen und klingt bisher recht gut. Das heißt für euch alle wiedermal fest Daumendrücken!!!
Nachdem es wiedermal nichts mit einer Wohnung geworden ist, kommt es heute noch schlimmer. Morgen sind scheinbar alle Hostels der Stadt ausgebucht. Der Grund hierfür ist uns unbekannt. Wenn sich morgen nicht doch noch etwas ergibt, wird dass dann wohl wirklich die erste Nacht unter einer Brücke.

Das Hostel, indem wir unsere ersten Nächste verbringen müssen ist ganz nett (naja, für ein Hostel halt). Immerhin lernt man hier Leute von allen Kontinenten lernen. Hatten diese Nacht Zimmerkollegen aus Deutschland, Frankreich, USA und Australien.
Nach 24h Kopenhagen hat die Stadt bisher einen sehr guten Eindruck bei mir hinterlassen. Die Stadt erinnert durch die vielen Backsteinbauten sehr stark an Hamburg. Auch die vielen Wasserstraßen tragen dazu bei. Da wir noch intensiv auf Wohnungssuche sind konnten wir bisher nur kleinere Spaziergänge in der näheren Umgebung unternehmen. Dabei habe ich mal kurz die Kamera für ein paar Schnappschüsse gezückt.
PS: Bei einem dieser Spaziergänge wurde ich gleich von eine Wespe angefallen! Das Biest stach mir doch glatt in den Hals. Na warte bis wir uns wiedersehen!
Sind jetzt schon den zweiten Tag in Kopenhagen, momentan im Hostel und immer noch auf Wohnungssuche. Heute um 17:00 können wir uns eine Wohnung ansehen, die von den Daten für uns passen würde und perfekt gelegen ist (direkt an der S-Bahn zwischen Uni und Innenstadt, sehr nah am Zentrum). Wir ham zwar noch keine Fotos gesehen, aber direkt ansehen ist gleich noch besser. Hoffen wir mal dass die Wohnung passt und wir dem Vermieter passen! Das Ergebnis gibts dann hier im Blog.
PS: Offene WLANs von irgendwo gegenüber rocken!
Nach ettlichen mit der Wohnungssuchseite verbrachten Stunden haben wir nun endlich nicht nur etwas Dänisch gelernt (Nej Møbleret ist zum Beispiel ganz schlecht, wenn man nicht am Boden schlafen will), sondern auch tatsächlich eine Wohnung in Aussicht. Wird auch Zeit! Kostenfaktor: Naja, sagen wir mal ein Penthouse im 1. Wiener Bezirk wäre wohl auch drinnen gewesen. Wir reden hier jedoch von einer normalen Vorstadtwohnung. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass es auch wirklich klappt. Also: Daumen drücken!
Um für das Semester in Kopenhagen gewappnet zu sein, informierten wir uns heute über dänische Spezialitäten. Dabei stoßten wir auf ein Gericht namens Gammel Dansk. Erster Gedanke: Gammel Fleisch? Ein Blick in Wikipedia half weiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Gammel_Dansk. Ist also eher was für nach dem Gammelfleisch-Verzehr.


